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1. Internationaler Dirigentenwettbewerb
Sir Georg Solti

1. bis 15. September 2002

Das Finale
Die Scheinwerfer waren eingestellt, die Kameras und Mikrofone gerichtet, die Taktstöcke erhoben: Der Hessische Rundfunk war dabei, als es für die drei Finalisten beim 1. Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti Mitte September in der Alten Oper Frankfurt ums Ganze ging. "Junge Künstler verdienen jede Ermutigung", erläutert der Juryvorsitzende Michael Gielen die Grundidee des nun alle zwei Jahre stattfindenden Musikereignisses. "Dieser neue Wettbewerb für Dirigenten eröffnet neue Chancen, neue Möglichkeiten. Dabei zu helfen ist mir eine Herzensangelegenheit".

 
 

Mit Taktgefühl hatten der Tscheche Tomáš Netopil, der Taiwanese Ching-Po Chiang und Ruben Gazarian aus Armenien/Deutschland alle Hürden bis in die Endrunde geschafft. 173 junge Dirigenten und 13 Dirigentinnen hatten sich um die ersten Plätze in dem neuen Wettbewerb beworben. Jetzt standen die drei Finalisten vor wahrlich fachkundiger Kulisse: Eine Jury aus Michael Gielen, Gary Bertini, Sylvain Cambreling und Paolo Carignani beriet über Körpersprache, Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und musikalische Exzellenz der erfolgreichen Aspiranten. Schon in den Proben hatten sich die drei ehemaligen und der noch tätige Frankfurter Generalmusikdirektor ein Bild gemacht von der Fähigkeit der jungen Musiker, ein großes Orchester zu leiten, Begeisterung zu wecken, und von ihrer Kunst, Entkrampfung und Konzentration gleichzeitig herzustellen.

Das Programm, das die jungen Dirigenten zu bewältigen hatten, steckte voller Schwierigkeiten: Netopil studierte mit dem Frankfurter Museumsorchester Richard Strauss' "Don Juan" op. 20 ein. Strawinskys "Feuervogel" (Suite 1919) war die gesetzte Aufgabe für Gazarian, und Ching-Po Chiang führte mit dem Orchester Ravels "Daphnis et Chloë", Suite Nr. 2, auf. Alle bereiteten sich voller Hoffnung noch gebührend auf Carl Maria von Webers Ouvertüre zu "Der Freischütz" vor, das Zugabestück für den Sieger nach der Preisverleihung.

 
 

Diese Ouvertüre blieb am Schluss dem erst 27-jährigen Tschechen Tomáš Netopil vorbehalten, dem Lady Valerie Solti, die Witwe des legendären Dirigenten und Schirmherrin des Wettbewerbs, den 2. Preis überreichte. Der erste Platz wurde noch freigehalten, dafür wurden zwei dritte Plätze vergeben. Wenigstens der Kassenwart der Kultur-Stiftung der Deutschen Bank wird das weniger schmerzlich finden, denn er musste das Preisgeld aufbringen, auch bei diesen Platzierungen immerhin 20.000 Euro.

Brigitte Schulz

Ruben Gazarian
stammt aus Armenien und ist heute deutscher Staatsbürger. Er studierte Violine zunächst in seiner Heimat und ab 1992 in Leipzig, wo er mit dem Konzertexamen abschloss und 1998 auch das Dirigierstudium absolvierte. Gazarian wurde 1999 Chefdirigent des Westsächsischen Symphonieorchesters, war u.a. Gastdirigent zu Aufnahmen beim Sinfonieorchester des MDR und trat im September 2002 die Position des Chefdirigenten des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn an.

Tomáš Netopil
studierte Violine und Dirigieren in seiner Heimat Tschechien sowie am Royal College of Music, u.a. bei Jorma Panula, der viele der heutigen großen Dirigenten ausbildete. Er war bereits Finalist bei den Wettbewerben Prager Frühling (2000) sowie beim 10. Dirigentenwettbewerb des Ungarischen Fernsehens (2002). Netopil ist Dirigent am Moravia Theater in Olmütz, Gastdirigent der Sinfonietta Hongkong und hat Auftritte als Dirigent und Geiger in Europa und in Japan.

Ching-Po Chiang
begann seine Karriere zunächst als Geiger und studierte in seiner Heimat Taiwan. Nachdem er mehrere Wettbewerbe gewann, ging er 1990 nach USA. An der University of Southern California studierte er neben Musik auch Wissenschaft, Literatur und Kunst. Sein Dirigierstudium begann er auf Anregung von Daniel Lewis, zu seinen Lehrern gehörten auch Robert Spano, John Nelson, Oliver Knussen und Seiji Ozawa, bei dem er in Tanglewood 1995 einen Förderpreis errang. 1996 kehrte Ching-Po Chiang nach Taiwan zurück; seitdem arbeitet er mit vielen verschiedenen Ensembles, ist Produzent eines Radio-Musikprogramms und hat einen Lehrauftrag an der Universität in Taipei.

Plakat Finalrunde (pdf-Datei)

 
 
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