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Lady Valerie Solti
 

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Orchester
 

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

hr-Sinfonieorchester
 

3. Internationaler Dirigentenwettbewerb
Sir Georg Solti 2006

4. - 10. September 2006

Die Ausschreibung zum 3. Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti 2006 konnte gleich mit einem Paukenschlag aufwarten: Erstmals sollte der gesamte Wettbewerb - Vorrunden und Finale - in Frankfurt am Main und innerhalb einer Woche ausgetragen werden. Möglich wurde dies durch die neu vereinbarte Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, dessen hr-Sinfonieorchester neben dem Frankfurter Museumsorchester die Wettbewerbsrunden begleitete. Die beiden renommierten Frankfurter Klangkörper werden sich bei der Begleitung der Vor- und Endrunden abwechseln: 2006 bestritt das hr-Sinfonieorchester die Vorentscheidung und das Museumsorchester die Endrunde, 2008 wird das Museumsorchester die Vorrunden und das hr-Sinfonieorchester das Finale begleiten. Der Solti-Wettbewerb ist mit dieser Orchesterausstattung weltweit einzigartig.

Neu war ferner, dass Interessenten keine Einschreibegebühr und die eingeladenen Kandidaten keine Übernachtungskosten, sondern nur die Anreise bezahlen mussten. So sollte auch jungen Dirigenten aus finanzschwächeren Regionen eine Teilnahme ermöglicht werden.

 
 

Die Neuerungen wurden durch die Zahl der Anmeldungen mit mehr als 500 Bewerbungen aus über 70 Ländern weltweit mehr als bestätigt. Der jüngste Bewerber war 19 Jahre, der älteste 35 Jahre alt. Die meisten Anmeldungen kamen aus den USA (61), gefolgt von Russland (41), Deutschland (38), Japan (36) und Korea (31). Der Frauenanteil stieg, verglichen mit 2004, um 10 auf 32 Bewerberinnen.

24 junge Dirigenten aus 14 Ländern wurden schließlich zur Vorrunde mit dem hr-Sinfonieorchester im Sendesaal des Hessischen Rundfunks eingeladen. An zwei Tagen fand die erste Vorrunde statt, in der alle 24 Kandidaten jeweils eine halbe Stunde lang einen Ausschnitt eines vorgegebenen Werkes mit dem Orchester einstudieren mussten. Zehn Teilnehmer durften dann an den beiden Folgetagen ihr Können in einer weiteren Orchesterprobe von einer Dreiviertelstunde unter Beweis stellen. Dabei erfuhren sie erst kurzfristig, welche der drei vorgegebenen Werke bzw. Sätze sie dirigieren mussten.

 
 

Die Vorrundenjury ermittelte die drei Kandidaten für die Endausscheidung: Der Australier Matthew Coorey, der US-Amerikaner Shizuo Kuwahara und die Südkoreanerin Shi-Yeon Sung durften am Pult des Frankfurter Museumsorchesters in drei Orchesterproben für das öffentliche Abschlusskonzert im Grossen Saal der Alten Oper Frankfurt proben. Mit Shi-Yeon Sung stand erstmals eine Frau im Finale des Internationalen Dirigentenwettbewerbs Sir Georg Solti. Die folgenden Werke standen auf dem Programm: Der wunderbare Mandarin von Béla Bartók (Matthew Coorey), Richard Strauss’ Tondichtung Tod und Verklärung (Shizuo Kuwahara) und die Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia von Peter I. Tschaikowsky (Shi-Yeon Sung). Für die Preisverteilung durch die Jury zählten sowohl die Probenarbeit wie auch die öffentliche Aufführung.

 
 

Nach kurzer Beratung war der 3. Internationale Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti dann entschieden: Gewinnerin des ersten Preises war die 31jährige Koreanerin Shi-Yeon Sung. Der zweite Preis ging an den Amerikaner Shizuo Kuwahara (30 Jahre), den dritten Preis erhielt der Australier Matthew Coorey (32 Jahre). Zum ersten Mal gewann damit eine Frau den international renommierten Wettbewerb.

 
 

Die Jury der Endausscheidung unter dem Vorsitz von Rolf-E. Breuer setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Lady Valerie Solti (Schirmherrin des Wettbewerbs und Witwe des 1997 verstorbenen legendären Dirigenten Sir Georg Solti), Paolo Carignani (Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt), Peter Ruzicka (Intendant der Salzburger Festspiele, künstlerischer Leiter der Münchener Biennale, Komponist und Dirigent), Ulrich Edelmann (Konzertmeister des hr-Sinfonieorchesters) sowie Wolfgang Sandner (Musikkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt).

Die Deutsche Bank Stiftung hat durch ihr großzügiges finanzielles Engagement zum dritten Mal den Wettbewerb ermöglicht. Sie übernimmt zudem auch wieder die Preisgelder.

 
 

3. Preis
Matthew Coorey, 1974 in Sydney geboren, ist „Conductor in Residence“ beim Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Der studierte Hornist bekam 1999, nach nur 6-monatigem Dirigierstudium, von Seiji Ozawa ein Stipendium beim Tanglewood Festival zugesprochen. Hier arbeitete er mit renommierten Dirigenten wie André Previn, Jorma Panula und Seiji Ozawa zusammen. Meisterkurse führten ihn u.a. zu Edo de Waart, Peter Eötvös, Ton Koopman und Lorin Maazel. Matthew Coorey stand bereits am Pult des Sydney und des Melbourne Symphony Orchestra und des Moskauer Sinfonieorchesters und trat bei den Festivals von Aspen, Tanglewood und Schleswig-Holstein auf. Kürzlich debütierte er bei den London Mozart Players, dem Hallé Orchestra und dem Seattle Symphony Orchestra.

2. Preis
Der junge US-amerikanische Dirigent Shizuo Kuwahara wurde 1976 in Tokio geboren. Er studierte an der Yale University und der Eastman School of Music, wo er mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeich-net wurde. Er besuchte Meisterkurse u.a. bei David Zinman und Leonard Slatkin. Shizuo Kuwahara ist derzeit Stipendiat der American Symphony Orchestra League als Assistent von Christoph Eschenbach beim Philadelphia Orchestra. Kürzlich wurde er zum Assistant Conductor des Pacific Music Festival in Sapporo sowie zum künstlerischen Leiter der IPPO Philharmoniker ernannt.

1. Preis
Die 31jährige Süd-Koreanerin Shi-Yeon Sung begann ihre musikalische Karriere im Alter von 4 Jahren als Klavierschülerin; im Alter von 13 gab sie ihren ersten Soloabend. 2001 nahm sie ihr Dirigierstudium bei Prof. Rolf Reuter an der Hanns Eisler Musikschule in Berlin auf und debütierte schon im Folgejahr mit Mozarts Zauberflöte. Danach assistierte sie an den Theatern in Görlitz und Potsdam und leitete dort zahlreiche Opernaufführungen. Im Januar 2004 wurde Shi-Yeon Sung in das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates aufgenommen, im gleichen Jahr gewann sie den 3. Solinger Dirigentenwettbewerb für Frauen. Die in Berlin lebende junge Dirigentin hat bereits mit dem Berliner Sinfonie-Orchester, den Berliner und Nürnberger Symphonikern sowie zahlreichen weiteren deutschen Orchestern zusammengearbeitet.

 
 
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