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Frankfurter Opern- und Museumsorchester

hr-Sinfonieorchester
 
7. internationaler Dirigentenwettbewerb

17. - 22. Februar 2015

Der 7. Internationale Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti ist entschieden: Tung-Chieh Chuang aus Taiwan (32 Jahre) und Elias Grandy aus Deutschland (34 Jahre) erhalten beide den zweiten Preis, der dritte Preis geht an den Australier Toby Thatcher (26 Jahre). Ein erster Preis wurde nicht vergeben.

Die beiden zweiten Preise sind mit je 10.000 Euro und der dritte Preis mit 5.000 Euro dotiert. Die beiden zweiten Preisträger erhalten zudem Einladungen zu Dirigaten des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters oder des hr-Sinfonieorchesters. Die Badische Staatskapelle Karlsruhe, die Junge Deutsche Philharmonie, das Konzerthausorchester Berlin und die Polnische Kammerphilharmonie Sopot stellen Gastdirigate oder Assistenzen in Aussicht.

Erstmals wurde in diesem Jahr darüber hinaus ein Publikumspreis vergeben. Über das Votum von 59 Prozent der abgegebenen knapp 1.200 Stimmen freuen durfte sich Tung-Chieh Chuang. Wettbewerbsleiter Dr. Burkhard Bastuck überreichte ihm einen Original-Dirigierstab von Sir Georg Solti aus dessen Frankfurter Zeit.

 
 

Beim öffentlichen, von "Lotto-Fee" Franziska Reichenbacher moderierten Abschlusskonzert, standen die drei Finalisten am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Folgende - den drei Dirigenten per Los zugeteilte - Werke standen auf dem Programm: Die "Leonoren-Ouvertüre" von Ludwig van Beethoven (Elias Grandy), die Ouvertüre zu "Der Fliegende Holländer" von Richard Wagner (Tungh-Chieh Chuang) und die Ouvertüre "Karneval" von Antonín Dvorák (Toby Thatcher). Alle drei Kandidaten dirigierten jeweils zudem Richard Strauss' "Don Juan".

 
 

Andrés Orozco-Estrada, Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters und Sprecher der Jury, sagte bei der Verkündung der Entscheidung, zu der die Jurymitglieder nach Bewertung der beiden Probentage am Freitag und am Samstag sowie dem heutigen öffentlichen Finale gemeinsam gekommen sind: "Es ist nicht leicht, Preise zu vergeben. Alle drei Kandidaten haben ein enormes Niveau und unglaublich viel Potenzial, für die Vergabe eines ersten Preises fehlte nur eine winzige Nuance." Das Entscheidende für die Finalisten, wie eigentlich für alle Teilnehmer sei, was jeder Dirigent aus der Plattform mache, die dieser Wettbewerb biete.

Zum Abschluss des spannenden Vormittags erklang als Preisdirigat die Konzertversion von Leonard Bernsteins Ouvertüre zu "Candide", unter der Leitung von Tung-Chieh Chuang.

 
 

Die Jury der Endausscheidung setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Ivor Bolton (Chefdirigent des Mozarteum Orchesters Salzburg, designierter Musikdirektor des Teatro Real Madrid), Ulrich Edelmann (1. Konzertmeister des hr-Sinfonieorchesters), Prof. Dr. Sebastian Nordmann (Intendant des Konzerthauses und des Konzerthausorchesters Berlin), Andrés Orozco-Estrada (Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters und Music Director des Houston Symphony Orchestra), Dr. Stephan Pauly (Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt), Michael Traub (Leiter des Bereichs Musik und Orchester beim Hessischen Rundfunk, Orchestermanager des hr-Sinfonieorchesters) sowie Gilbert Varga (Chefdirigent des Taipei Symphony Orchestra). Lady Valerie Solti, Schirmherrin des Wettbewerbs, die der Jury vorsitzen sollte, musste ihre Reise nach Frankfurt krankheitsbedingt leider kurzfristig absagen.

Die Deutsche Bank Stiftung, deren großzügiges finanzielles Engagement den Wettbewerb
von Beginn an erst ermöglicht hat, führt ihre Förderung und Partnerschaft fort. Auch der
Kulturfonds Frankfurt RheinMain, in der 6. Ausgabe des Wettbewerbs erstmals als Förderer
beteiligt, setzt seine finanzielle Unterstützung fort. Neue Förderer des Wettbewerbs sind die Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith Stiftung, die Frankfurter Volksbank, die
Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie The Solti Foundation. Schirmherrin ist weiterhin Lady Valerie Solti, Witwe des legendären Dirigenten und Namenspatrons des
Wettbewerbs.

367 junge Dirigentinnen und Dirigenten zwischen 19 und 35 Jahren aus 64 Ländern hatten sich zum diesjährigen Wettbewerb beworben. 20 von ihnen waren nach Frankfurt zu den Vorrunden (17. - 20. Februar) mit dem hr-Sinfonieorchester und dem Opern- und Museumsorchester eingeladen worden, aus denen die drei Finalisten hervorgegangen sind.

 
 

2. Preis und Publikumspreis: Tung-Chieh Chuang (32), zeigte bereits in jungen Jahren großes musikalisches Talent und trat schon mit elf Jahren als Pianist auf. Doch erst 2007, nachdem er seinen Bachelor in Statistik erhalten hatte, entschied er sich für eine musikalische Karriere als Dirigent. Er ist Preisträger des Gustav Mahler-Dirigentenwettbewerbs in Bamberg und des Internationalen Dirigentenwettbewerbs Bukarest. Die Wettbewerbsgewinne brachten im zahlreiche weltweite Engagements ein, so z. B. bei den Bamberger Symphonikern, der Staatskapelle Weimar, dem National Symphony Orchestra (Taiwan), dem Taipei Symphony Orchestra, der Jenaer Philharmonie, der Filarmonica George Enescu, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen oder dem Baltimore Symphony Orchestra. 2010 errang Tung-Chieh Chuang das Edwin B. Garrigues-Stipendium des Curtis Institute of Music. Im gleichen Jahr organisierte er das Curtis-Benefizkonzert für die Erdbebenopfer in Japan. 2012 initiierte er mit dem National Taiwan University Symphony Orchestra den ersten Orchester-Flashmob in Taiwan. Zu seinen Mentoren zählen Mark Gibson, Gustav Meier, Otto-Werner Mueller und Nicolás Pasquet. Derzeit wohnt er in Weimar.

2. Preis: Der gebürtige Münchner Elias Grandy (34) studierte Dirigieren bei Hans-Dieter Baum in Berlin und Violoncello, Musiktheorie und Kammermusik in Basel und München. Als Akademist beim Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks spielte er unter großen Dirigenten wie Mariss Jansons, Riccardo Muti oder Bernard Haitink. Er vertiefte seine Ausbildung durch Kurse bei Menahem Pressler, Walter Levin, Peter Gülke und Fabio Luisi, der ihn zur Conducting Academy des Pacific Music Festivals in Japan einlud. Noch während des Studiums gab er sein Operndebut in Rheinsberg, gefolgt von Neuproduktionen im Heimathafen Berlin und am Nationaltheater Tirana. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin. Seit der Spielzeit 2011/12 ist Elias Grandy als Kapellmeister am Staatstheater Darmstadt engagiert, wo er sich zurzeit ein breites Repertoire erarbeitet. In den letzten beiden Jahren dirigierte er mehrere Folgen von Rollando Villazons "Stars von morgen", die auf ARTE ausgestrahlt wurden. Ab der Spielzeit 2015/16 wird er die Position des Generalmusikdirektors der Stadt Heidelberg übernehmen.

3. Preis: Toby Thatcher (26) stammt aus Sydney in Australien und studierte am dortigen Konservatorium, bevor er an die Royal Academy of Music in London wechselte. Während dieser Zeit nahm er an zahlreichen Meisterkursen teil, u. a. bei Neeme und Paavo Järvi, Johannes Schlaefli, Leonid Grin und Nicolas Pasquet. Direkt nach dem Abschluss wurde er als einer von zwölf jungen Dirigenten aus 120 Bewerbungen zum Vordirigat für die Assistenz beim Bournemouth Symphony Orchestra ausgewählt, dort kam er unter die besten vier. Genauso eingeladen wurde er für das Probedirigat um die Assistenz beim Sydney Symphony Orchestra. 2012-13 war Toby Thatcher Solo-Oboist beim Australian Youth Orchestra und begleitete die große Europa-Tournee mit Christoph Eschenbach und Joshua Bell. Bereits im Alter von 19 Jahren wurde er in das Symphony Australia Young Conductor Development Programme ausgewählt. Dadurch konnte er über zwei Jahre mit Orchestern wie dem Adelaide Symphony Orchestra, dem Auckland Philharmonic und dem Tasmanian Symphony Orchestra arbeiten. Er ist außerdem Gründer und musikalischer Leiter des Londoner Ensembles Eroica und Gastdirigent des auf zeitgenössische Musik spezialisierten ensemble x.y.

 
 
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